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„Nie wieder – oder doch?“ – Auszug aus einem Schulbuch |
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In der Schule arbeiten die Geschichtslehrer für gewöhnlich alle Themen der Weltgeschichte pflichtgemäß und unspektakulär nacheinander ab, um dann endlich ihr volles Augenmerk auf die zwölf Jahre der deutschen Geschichte zu richten, die alles entscheidend für die Formung und (Um-)Erziehung der bundesrepublikanischen Jugend sind.
Mit allen Mitteln wird die Grausamkeit des Dritten Reiches den Jugendlichen vor Augen geführt, kaum ein Bild – sei es nun gefälscht oder nicht – wird ausgelassen, um das Deutsche Reich der Jahre 1933 bis 1945 in das schlechtestmögliche Licht zu rücken. Nichts, aber auch rein gar nichts Positives darf man den berüchtigten Jahren abgewinnen. Und um dies noch einmal und immer wieder zu verstärken, wird zugleich auch die Thematik des ‚Rechtsextremismus’ im Unterricht behandelt. Schließlich kann man auch vor den ‚Neonazis’ gar nicht genug warnen.
Für gewöhnlich halten dann verschiedene Anti-Rechts-Broschüren Einzug in den BRD-Schulklassen, doch auch manch ein Schulbuch verfügt schon über die Thematik, so wie das hier näher betrachtete Geschichtsbuch „mitmischen“ aus dem Klett-Schulverlag. Im Kapitel „Nationalsozialismus“ findet sich auch die Doppelseite „Nie wieder – oder doch?“, welche sich mit ausgefeilten Informationen des ‚Rechtsextremismus’ annimmt, denn „es gibt auch heute noch Menschen, die die Verbrechen der Nationalsozialisten leugnen oder verharmlosen“. Übrigens haben wir gehört, daß es heute auch noch Menschen geben soll, die die Verbrechen der Alliierten leugnen oder verharmlosen. Ist denn das zu glauben?
Neben einem typischen alten Glatzenphoto, welches im vorliegenden Fall „NPD-Anhänger in Kiel“ zeigt und einen Eindruck von sogenannten Rechtsextremen geben soll, hat man sich dazu entschlossen, zum besseren Verständnis der Thematik zwei Karikaturen abzudrucken. Beide Karikaturen zielen darauf ab, „Neonazis und ihre Sympathisanten“ als völlig hirnlose Idioten darzustellen, die nichts im Kopf haben und außer ihrem Stolz auf Deutschland nichts zu bieten haben. Wieso Karikatur? Ist denn das nicht die Realität? Wurde hier etwa übertrieben?
Unter der Überschrift „Nie wieder Krieg“ lernen wir dann u.a.: „Deutschland ist ein demokratisches Land. Die Deutschen leben in Frieden mit anderen Völkern. Länder, die früher blutige Kriege gegeneinander führten, sind heute gute Nachbarn.“ Ach so, deswegen beteiligt sich die BRD auch am US-gesteuerten Krieg in Afghanistan?
Wir lernen weiterhin, daß es „bis heute (...) unbelehrbare Anhänger der Nationalsozialisten“ gibt, von denen sich viele „in Parteien, Wehrsportgruppen, Kameradschaften u.a.“ zusammenschließen. Diese Unbelehrbaren! Ist es nicht eine Schande, daß diese sich auch noch zusammenschließen? Wenn das mal nicht den oben erwähnten Frieden gefährdet! Ach nein, da waren ja doch eher die unnötigen Beteiligungen an blutigen Kriegen Schuld. Und wer war es doch gleich, der die Bundeswehrsoldaten in den vergangenen Jahren wieder und wieder zu den Kriegsschauplätzen geschickt hat?!
Die Überschrift „Kahle Köpfe, coole Typen?“ sagt eigentlich schon alles über die Qualität des nächsten Kurztextes aus. Im Grunde bedarf es keiner weiteren Beachtung, aber der Text ist einfach zu unterhaltsam. Man fragt sich, ob neben den Karikaturen auch kleine Satiren eingebaut wurden.
„Sie schmieren Nazi-Sprüche an Wände, grölen ‚Sieg Heil!’ oder ‚Ausländer raus!’, pöbeln und prügeln. Manchmal werfen sie sogar Brandsätze oder schrecken nicht einmal vor Mord zurück. Oft sind sie sofort zu erkennen: Glatze, Bomberjacke, sogenannte Springerstiefel, Baseballschläger. So ausgestattet treten sie fast immer in Gruppen auf. (...)“
Eine Frage an unsere Leser: Haben Sie wirklich schon einmal eine solche Gruppe gesehen? In diesem kleinen Absatz sind neben völlig veralteten Klischees auch unfaßbare Vorwürfe und haltlose Unterstellungen zu finden, wie es sie wohl auch bloß in einem BRD-Schulbuch geben kann.
Doch machen die Autoren dieses meisterhaften Buches auch deutlich, daß „längst nicht alle Neonazis (...) als Skins“ rumlaufen, denn „viele sind äußerlich ganz unauffällige Bürger“. Was fällt den bösen ‚Neonazis’ ein, nicht dem Klischee entsprechend aufzutreten? Kann es das denn wirklich geben, ein nationaler Sozialist so ganz ohne Bomberjacke, Baseballschläger und Brandsatz in der Hand? Die Autoren gehen sogar noch weiter und klären weiter über die sogenannten Neonazis auf: „In der Öffentlichkeit vermeiden sie es, sich zum Nationalsozialismus zu bekennen. Nicht wenige gehören einer rechtsextremen Partei an. Diese Parteien stellen sich zur Wahl, organisieren Kundgebungen, Info-Stände und manchmal sogar Straßenfeste.“
Die sogenannten Neonazis kleiden sich also normal, geben sich normal, machen normale Sachen ... Na, das nenne ich mal eine wirkliche Gefahr! Wie gut, daß es da noch die randalierenden und gewalttätigen Linkschaoten gibt! So brennen wenigstens noch unsere Autos und Mülltonnen, so fliegen nach wie vor Steine und Brandsätze, wenn denn schon die ‚Neonazis’ diesem Klischee nicht mehr entsprechen.
Es wird wohl deutlich, daß sich auch das Geschichtsbuch „mitmischen“ in die gängige Anti-Rechts-Hetze einzureihen weiß. Glücklicherweise wird das Thema hier bloß auf einer Doppelseite behandelt ...
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| Josephine G. |
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